Sakramentalien

Was verstehen wir darunter?

Die Sakramentalien sind zu unterscheiden von den sieben Sakramenten. Die heiligen Zeichen der Sakramentalien sind nicht von Christus selber, sondern von der Kirche im Namen Christi eingesetzt. Sie sind gewachsen aus der katholischen Tradition und der christlichen Praxis in den Pfarreien und religiösen Gemeinschaften. Sakramentalien begleiten unser Leben und unterstützen in sinnenhaften Zeichen unser Gebet. Zu den Sakramentalien gehören

- der Ritus eines katholischen Begräbnisses
- Weihwasser
- Segnungen und Weihungen aller Art


Wenn die Kirche weiht und segnet, stellt sie Menschen und Dinge in Gottes heiligen Dienst und erfleht über die Menschen und über die Dinge Gottes Segen.

In der Praxis unserer Pfarrei

Das christliche Begräbnis
Alle Angehörigen unserer Pfarrei haben Anspruch auf ein würdiges Begräbnis.

Im Begräbnisritus, wie ihn unsere Kirche versteht, wird der ewige Frieden für die / den Verstorbene/n erfleht. Der Ritus soll aber auch Trost sein für alle, die trauern. Zum Begräbnisritus, wie er in unserer Pfarrei gepflegt wird, gehören wesentlich:

-das Kreuz als Zeichen der Liebe und Barmherzigkeit Gottes
- das Weihwasser zur Erinnerung an die Taufe
- der Weihrauch, der unser aufsteigendes Gebet begleitet und Gottes verhüllte Gegenwart bezeichnet

die geweihte Erde, die uns an die eigene Vergänglichkeit erinnert.

Weihwasser
Wasser als lebensnotwendiges Element ist ein ausdrucksstarkes Glaubenssymbol. Im Alten und im Neuen Testament spielt das Element Wasser eine bedeutende Rolle. Das auserwählte Volk Israel wurde aus den Fluten des Roten Meeres befreit. Christus selber stieg hinab in den Flusslauf des Jordan, um sich von Johannes taufen zu lassen. Für die Spendung der Taufe ist Wasser das ausdrucksstarke äussere Zeichen.

Das geweihte Wasser – das Weihwasser – erinnert uns an die alt- und neutestamentliche Heilsgeschichte und somit an die eigene Taufe. Es sagt uns: Gott ist die wahre Quelle alles Lebens. Es ist sinnvoll, Weihwasser zum Gebrauch in Familie und Haushalt daheim aufzubewahren. Die gläubige Verwendung von Weihwasser verspricht Schutz, Hilfe und Segen vom Himmel.

Weihwasser wird regelmässig vom Ortspfarrer gesegnet. In der Pfarrkirche kann Weihwasser abgefüllt werden (vorne links beim Marienaltar).

In Villmergen übliche Segnungen im Kirchenjahr

Segnung der Adventskränze: Da der Adventskranz ein Begleiter durch diese wichtige Zeit im Kirchenjahr ist, hat seine Symbolik auch eine tiefe religiöse Bedeutung. Zum ersten Adventssonntag werden daher nicht nur der grosse Kranz in der Kirche, sondern auch die kleineren Kränze für den Haushalt gesegnet.

Barbarazweige im Advent: Am Morgen des Barbartages, 4. Dezember, werden in der „Nothelferkapelle“ Zweige gesegnet, die bis Weihnachten zum Blühen kommen. Beachten Sie dazu den Hinweis auf der Pfarreiseite von „Horizonte“.

Weinsegnung nach Weihnachten: Am 26. Dezember wird Rotwein gesegnet zu Ehren des hl. Erzmärtyrers Stephanus. Am 27. Dezember folgt die Segnung von Weisswein zu Ehren des hl. Johannes.

Segnung an Epiphanie: An „Dreikönigen“ werden Wasser und Wasser gesegnet als Zeichen der Gegenwart Gottes im ganz gewöhnlichen Alltag. Ebenso Weihrauch und Kreide gesegnet zur Segnung der Häuser und Wohnungen.

Kerzenweihe an „Maria Lichtmess“: Am Fest der „Darstellung des Herrn“ (alte Bezeichnung „Maria Lichtmess“), 2. Februar, werden Kerzen gesegnet für den liturgischen Gebrauch in der Kirche; Kerzen für den Haushalt oder Grablichter für den Friedhof. Sie sind Symbol für Christus, das Licht der Welt, das jede Finsternis durchbricht.

Blasiussegen: Am Gedenktag des hl. Märtyrer-Bischof Blasius, 3. Februar, laden wir zur „Halssegnung“ ein und erbitten gute Gesundheit, besonders den Schutz vor schweren Halskrankheiten.

Aschenweihe: Die Aschenweihe am Aschermittwoch gehört wesentlich zur Liturgie dieses Tages. Die innerhalb der Eucharistiefeier geweihte Asche kann auch ausserhalb der Messfeier aufgelegt werden als Zeichen der Anwesenheit Gottes auch in unserer irdischen Vergänglichkeit.

Wettersegen: Vom Markustag, 25. April bis zum Fest Kreuzerhöhung, 14. September wird nach der Messfeier der Wettersegen erteilt. Der Priester bittet, unterstützt vom Gebet der Gläubigen, die schöpferische Kraft Gottes und seinen Segen auf alles, was wachsen und gedeihen soll und auf jedes Werk menschlicher Arbeit herab.

Segnung vom Blumen und Kräutern: Am Hochfest Maria Himmelfahrt, 15. August, werden im Gottesdienst Blumen und Kräuter gesegnet. Die Segnung ist ein Dank an Gott für die geschaffene Schönheit in den Blumen und die heilende Kraft der Kräuter. Wie Blumen zur Freude und Kräuter zum Heil dienen, so ist Maria für die Gläubigen Ursache wahrer Freude und Quelle zum Heil durch ihre Mutterschaft an Jesus Christus.

Segnung am Schutzengelfest: 2003 wurde in Villmergen eigens die Kindersegnung am Schutzengelfest eingeführt. Sie erfreut sich grosser Beliebtheit. Eltern sind eingeladen, ihre Kleinkinder oder auch grösseren Kinder zur besonderen Segnung in die Pfarrkirche zu begleiten.

Segnung der Grabstätten am Allerseelentag: Im Blick auf den Allerseelentag, 2. November werden am Nachmittag des Allerheiligenfestes, 1. November, die Gräber auf unserem Friedhof in feierlicher Prozession gesegnet.

Individuelle Segnungen

Segnungen von Privat- und Dienstfahrzeugen: Nicht wenige, vor allem junge Menschen, bitten den Priester ihrer Gemeinde, das Fahrzeug zu segnen. Wer also sein privates oder dienstliches Fahrzeug segnen lassen möchte, melde sich im Pfarramt. Das gilt auch für land- und forstwirtschaftliche Nutzfahrzeuge.

Segnung von Häusern und Wohnungen: Die Segnung von Haus oder Wohnung erfreut sich wieder vermehrt grosser Beliebtheit. Es ist sinnvoll, nach dem Bezug einer neuen Wohnung, eines neuen Hauses, den Segen Gottes auf seine neue Heimstätte zu erbitten. Gerne ist der Pfarrer bereit, diesem Anliegen zu entsprechen, und mit Ihnen eine schlichte Segensfeier bei Ihnen zu Hause zu gestalten.

Persönliche Segnung: Nicht selten klopfen junge Menschen vor einer grossen Reise, einem längeren Auslandaufenthalt usw. an, und erbitten den Segen. Eine solche Segnung ist auch möglich bei Krankheit, vor einem schwierigen Unternehmen, vor einer Operation, in besonderen Situationen. Scheuen Sie sich nicht, auch in Depressionen, Angstzuständen oder jeglicher Gefahr um den Segen zu bitten. Begleiten Sie bei Bedarf auch Ihr Kind zur persönlichen Segnung zum Priester. Auch werdende Mütter sind herzlich eingeladen, für sich und das wachsende Leben Gottes Segen zu erbitten.

Segnung jeglicher Dinge: Andachtsgegenstände wie Wandkreuz, Schmuckkreuz, Christus-, Marien- und andere Heiligenbilder, Rosenkranz usw. können gerne zur Segnung ins Pfarrhaus gebracht werden.

Die eigene Segenskraft

Ein Segen sollst du sein!

Vergessen Sie nicht, die eigene Segenskraft, die Ihnen zueigen ist durch Taufe und Firmung. Durch die Taufe haben Sie ganz persönlich Anteil am allgemeinen Priestertum Christi. Nutzen Sie diese Segenskraft! Segnen Sie Ihren Partner, Ihre Partnerin, Ihre Kinder und Enkel… Der segnende Mensch wird der Welt zum Segen, wie Gott es dem Abraham versprochen hat: „Ein Segen sollst du sein“ (vgl. Gen 12,2f) Lassen Sie die persönliche Segenskraft nicht verkümmern. Je mehr gute, aufbauende Kräfte den Lebensraum füllen, desto weniger Platz bleibt für die bösen, zerstörerischen.